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FREIE PRESSE berichtet über SGN

Nachwuchsarbeit der "Hütte" setzt auf Leistung statt auf Breite

Jens Denecke ist seit zwei Jahren hauptamtlicher Jugendkoordinator für den Auer Handball. Ziel bleibt es, möglichst viele Spieler für den Zweitliga-Kader des EHV zu entwickeln.

Der Handballnachwuchs aus Aue hat weit über Sachsen hinaus einen guten Ruf. Damit das so bleibt und immer wieder erfolgreiche Talente nachrücken, muss im Verein akribisch gearbeitet werden. Die Fäden hält dabei Jens Denecke in der Hand. Er ist Regionaltrainer und seit zwei Jahren hauptamtlicher Jugendkoordinator der NSG EHV/Nickelhütte Aue. Ein weiteres Jahr in dem Nachwuchsprojekt hat er vor sich, und auch für die Zeit danach stehen die Zeichen gut. Gibt es doch Signale seitens des Vereins und des Handballverbands Sachsen, das Ganze fortzuführen. Die Entscheidung dazu soll Ende Dezember oder Anfang Januar fallen. "Wir sind guter Dinge", sagt Denecke.

Schwierige Entscheidungen

Erste Früchte der Arbeit lassen sich bereits erkennen. Die Basis in der D- und E-Jugend war da. "Dann gab es einen entscheidenden Schritt: Es wurde beschlossen, ab der C-Jugend leistungsorientiert zu arbeiten. Das ist nicht immer einfach. Besonders, wenn man Eltern sagen muss, dass ihr Kind nicht die nötige Leistung bringt. Das will verständlicherweise niemand hören", sagt Denecke, der Rückhalt von der Vereinsspitze hat. Vom Landessportbund erhielt die SG Nickelhütte Aue für weitere vier Jahre die Lizenz als Leistungszen-trum. Das sage alles, findet Denecke und ergänzt: "Wir müssen uns von der Breite verabschieden." Erreicht habe man schon einiges, aber der Weg sei noch lang.
Als bisher vielleicht größten Erfolg können die Auer verbuchen, dass die A-Jungs inzwischen in der Jugendbundesliga spielen. Dabei war das laut Denecke ein Punkt, an dem überlegt werden musste, ob der Verein sich das überhaupt leisten kann. "Es wird sich übers Jahr zeigen, ob die Entscheidung richtig gewesen ist. Vom Leistungsvermögen her und für die Entwicklung der Jungs ist es absolut notwendig, in dieser Liga zu spielen. Nur das bringt sie letztendlich weiter", erklärt Denecke. Ohne die Leistungen des Juniorteams EHV Aue II in der Sachsenliga der Männer schmälern zu wollen, sagt der Trainer und Jugendkoordinator: "Von der Dynamik und der ganzen Spielweise her ist das etwas vollkommen anderes. Für die Entwicklung eines Jugendlichen ist das körperlich zwar gut, aber spielerisch nicht."
Das Ziel der Nachwuchsarbeit in Aue ist klar definiert: Es sollen und müssen Talente für die Zweitliga-Mannschaft des EHV herangebildet werden. So trainieren Sebastian Paraschiv, Dadi Runarsson und Sebastian Duschek aus dem A-Jugend- Bereich bereits in der Zweitliga-Truppe mit und erhalten zudem Einsatzchancen in Pflichtspielen.
Und auch wenn es in den Geburtsjahrgängen 1997/98, die jetzt folgen, nicht allzu rosig aussieht, ist Jens Denecke optimistisch: "Es werden weitere junge Leute folgen." Der Fokus liege jetzt auf dem Jahrgang 1999, der jüngeren B-Jugend. "Wenn alles klappt, kann man da mit vier bis fünf Talenten rechnen, die oben anklopfen."

Erfolge auch bei den Jüngeren

In den zurückliegenden beiden Jahren gab es neben dem Aufstieg der Auer A-Jugend in die Bundesliga weitere Erfolge zu feiern. So ist die C-Jugend dieses Jahr Sachsenmeister und mitteldeutscher Meister geworden und hat Platz 5 in der nordostdeutschen Meisterschaft geholt. Nächstes Ziel ist die Qualifikation der B-Jugend für die mitteldeutsche Meisterschaft. Die C-Jungs streben wieder den Sachsenmeistertitel an. Denecke: "Wir sind da einen neuen Schritt gegangen, haben aus einem Pool von 18 Spielern zwei Mannschaften gebildet. Sonst hätten wir fünf Sportler rausnehmen müssen, was schade gewesen wäre, da sie sehr talentiert sind." Also entstand ein Team, in dem fünf C-Jugendliche und fünf D-Jungs gemeinsam antreten. Sie haben damit eine Plattform, auf der sie sich beweisen können. Zwar wird es für die gemischte Truppe in der Sachsenliga sicher nicht leicht. "Aber für die Zukunft gewöhnen sich die Jungs bereits an ältere Gegner", so Denecke. Das Ganze sei ein langfristiges Projekt.

erschienen am 15.10.2014 (von Ralf Wendland, ©Foto: Ralf Wendland)


©Foto: Ralf Wendland

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